Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis

Mai 2015

Der Kreistag möge beschließen, dass über das künftige Angebot der beantragten JAS-Stellen im Landkreis Dachau hinaus zusätzliche Jugendsozialarbeit für Schulen angeboten wird, damit in den Schulen, insbesondere den Grundschulen im Landkreis, die dringend notwendige Unterstützung gewährleistet werden kann.

  1. Um eine Förderschädlichkeit künftiger JAS-Stellen an den bislang nicht berücksichtigen Schulen zu vermeiden, soll eine „mobile Reserve“ gegründet werden, die am Jugendamt angegliedert wird. Im Einzelfall kann somit eine schnelle, bedarfsorientierte Unterstützung einer o.g. betroffenen Schule gewährleistet werden. Die Verwaltung soll beauftragt werden, hierfür den genauen Personalbedarf zu ermitteln, jedoch sind aus unserer Sicht mindestens zwei Stellen erforderlich.

  2. Sofern eine der sechs beantragten JAS-Stellen seitens der Genehmigungsbehörde nicht anerkannt werden sollte, ist trotzdem deren Notwendigkeit auf Grundlage der Sozialraumanalyse zweifelsfrei festgestellt und weiterhin gegeben. In diesem Fall muss der Landkreis ggf. auch ohne staatliche Zuwendung tätig werden und gemeinsam mit den Schulen und Kommunen eine zielorientierte Lösung anstreben.

Begründung: Nach Auswertung der aktuellen Sozialraumanalyse des Landkreises Dachau können aller Voraussicht nach nur sechs halbe Stellen einer klassischen, vom Staat geförderten JAS für die Schulen im Landkreis beantragt werden. Fakt ist aber, dass bereits jetzt der Bedarf von Sozialarbeit in Schulen größer ist, als die staatliche Förderung umfassen wird. Dies zeigte auch eindringlich die Gesprächsrunde am 07.05.15 auf, an denen die Grundschulleitungen der Stadt Dachau gemeinsam mit Elternvertretern und Vertretern der Kreistagsfraktionen teilnahmen. Die steigenden Fallzahlen, die bereits im ersten Schulabschnitt durch die Schulleitungen zu verzeichnen sind, sind erschreckend. Ohne entsprechende Unterstützung durch Fachkräfte in Form von Sozialarbeiter können diese von den Schulen nicht mehr adäquat abgearbeitet werden. Dadurch verschärfen sich nicht nur Problemfälle, sondern werden letztlich in die nächste, weiterführende Schulform (Mittel-/Realschule oder Gymnasium) verschoben. Der richtige Ansatz wäre aber, bereits in den Anfängen notwendige Sozialarbeit anzubieten, um zum einen Missstände frühzeitig erkennen und abstellen zu können, zum anderen diese durch begleitende Sozialarbeit in unseren Schulen von Anfang an zu verhindern. In Folge frühzeitiger, präventiver Sozialarbeit in den (Grund-)Schulen wäre ein Rückgang der späteren, oft intensiven notwendigen Fallbegleitungen durch das Jugendamt logischerweise rückläufig, wie es am Beispiel des Modellversuchs an der Grundschule Petershausen belegbar ist. Die SPD-Kreistagsfraktion bittet um Berücksichtigung dieses Antrags in der kommenden Jugendhilfeausschusssitzung am 18.05.15 unter TOP „Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis“.