Advent in der Moschee - Ein wunderbarer Abend für die Dachauer Jusos

An einem Sonntag im Dezember besuchte eine Gruppe Jusos (diejenigen, die es durch die Schneemassen schafften) die Moschee in Etzenhausen. Wir wurden von Mustafa Denel, dem Vorsitzenden von DiTiB Dachau e.V., einigen weiteren Vereinsmitgliedern und dem Imam der Moschee sehr herzlich begrüßt. Sofort entspann sich ein lockeres und freundschaftliches Gespräch über den Islam, Muslime im Landkreis Dachau und das Gotteshaus an der Von-Herterich- Straße. Die Zeit war gerade so günstig, dass wir nicht viel später gleich dem letzten Gebet des Tages beiwohnen konnten. Mustafa Denel erklärte uns im Anschluss jedes Detail des Rituals und mit Unterstützung des Imams und von Vereinsmitglied Yasin Celik führte er uns noch ein wenig durch die Gebetsräume und erläuterte die vielen Einrichtungen und Symbole. Zurück im Aufenthaltsraum ging dann unser Gespräch bei türkischem Tee und deutschem Käsekuchen weiter.

An der Fülle der angeschnittenen Themen – es ging von Himmel und Hölle über Religionsunterricht an Schulen bis zu der Sure im Koran über die Ehe mit mehreren Frauen – merkten wir deutlich, dass wir uns sehr viel zu sagen hatten. Erstaunlicherweise wurden von beiden Seiten Karl Marx, Max Weber und der Koran zitiert. Wir sprachen darüber, was Muslime in Dachau während des ganzen Weihnachts- Wahnsinns empfinden (sie kommen bestens damit zurecht, auch wenn der Islam etwas anders mit Jesus umgeht als das Christentum) und was genau der historische Hintergrund für die Koranstelle zur Polygamie gewesen sein könnte (der Koran trug wohl zur Zeit seiner Entstehung immerhin zur Eindämmung und Standardisierung der Mehrehen bei). Wir Jusos freuen uns sehr über ein schönes Exemplar des Koran, das uns zum Abschied geschenkt wurde, und haben uns mit einem Schokoladen-Nikolaus revanchiert. Passenderweise kam der heilige Nikolaus aus der Türkei, wie uns Herr Denel gleich mitteilte. Wir hatten eine unvergessliche (viel zu kurze) Zeit und kommen gerne bald wieder, weil wir wissen, dass wir jederzeit willkommen sind.

Dachau, den 10.12.2012